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Mountainbike-Alpen-Cross Shanghai und Nanjing Gibraltar Malaga Shanghai


Unser erster Tag führte uns direkt in eine Sackgasse - und das war geplant so! Denn wir waren noch nie in Schottland und wollten beim ersten Mal gleich mit den Mountainbikes alle Ecken kennenlernen. So hatten wir für den ersten Tag direkt mal den Ernstfall geprobt und ein Tal (Loch Voil) am Rand eines Naturschutzgebiets ausgesucht, in das es ansonsten höchstens mal ein paar Wanderer verschlägt. Wenn wir hier klar kommen, dann überall! So wechselte der Asphalt auch schnell von zwei Spuren auf eine, dann auf Schotter, dann ging es durch ein privates Gatter und schließlich war es nur noch eine Spur in einer Graslandschaft - so sieht also ein Ende aus! Hier haben wir die Natur genossen und sind wieder zurück geradelt - und waren erstaunt wie unterschiedlich der Blick war! Bei manchen Strecken ist es einfach interessant, sie mal in beiden Richtungen zu fahren. Das war ein sehr schöner erster Tag!

Sackgasse in den Highlands: schöner Privatweg glückliche Kühe in Natur pur, fernab von allem So sieht also das Ende aus ;-)

 
 
 

Balmoral Castle, stilvolle Sommerresidenz der Queen

Balmoral Castle ist der Sommersitz der Queen und damit unseres zweiten Tages würdig. "Wir" sind drei verwegene Radler und eine Fahrerin; ja, wir waren mit einem großen Auto dort und hatten eine Fahrerin, die nicht Radeln wollte, sondern mehr an Geschichte und Kultur interessiert war. So haben wir Radler uns morgens an einem Punkt absetzen lassen und nachmittags woanders wieder einsammeln lassen - Luxus pur! Dies hat uns die Möglichkeit gegeben, in völlig verschiedenen Ecken Schottlands zu radeln, und so hatten wir auch die Strecken geplant.

 
 
 

Wir sind am Loch Ness entlang geradelt, von Ost nach West am Südufer. Morgens war es neblig feucht und kalt, also so, wie man es in Schottland erwartet, und sich dann deshalb auch nicht beschweren darf. Haben wir auch nicht getan, sondern eifrig die Räder gesattelt und losgelegt. Streckenweise fährt man direkt am Loch entlang, aber streckenweise auch im hügeligen Hinterland - aber fast immer schöne kleine Straßen mit teilweise phantastischen Aussichten. Ein wilder blühender Rhododendron ist im vielen Grün ein willkommener Farbfleck.

Steilküste am Loch Ness - ohne Nessi typische Straße in den südlichen Highlands wilder Rhododendron über dem westlichen Loch Ness

Fährt man von den Highlands in Richtung der Nordküste, so wird es auch schnell karg, kahl, einsam, windig, und ... einfach anders! Die Landschaft ist überwältigend, und per Rad erlebt man dann auch die Entfernungen, die Luft und die Aussicht ganz anders als aus dem Auto. Aber mitten im Nichts auszusteigen und los zu radeln kostet dann doch die Überwindung, die wir danach natürlich überhaupt nicht bereuen!

die Höhen und Weiten der Highlands Pause an einem Loch

bei Gegenwind muss man selbst bergab treten! zum Norden hin können die Highlands auch öde werden

In den Highlands haben wir außerhalb der "Städte" viele Häuser gesehen, die entweder verlassen waren oder zum Verkauf standen - wir haben uns auch oft gefragt, wie man ein Leben dort überhaupt aushalten und finanzieren kann. Es ist halt doch sehr karg, sodass es selbst schwierig ist von der Natur zu leben. Schafe und Rinder züchten, Torf stechen, Whisky brennen und an der Küste Fischen sind fast die einzigen Möglichkeiten - abseits des geringen Tourismus. Die Nordküste hat uns überrascht, denn obwohl wir natürlich wussten, dass uns eine rauhe Atlantikküste erwartet, haben wir nicht mit so viel Schönheit, Einsamkeit und richtigen Stränden gerechnet!

viele verlassene oder zu verkaufende Güter an der Nordküste windet sich die Straße durch die Felsen ziemlich viel Nichts hier - in beiden Richtungen!

und jetzt runter zum Atlantikfjord! die wilde Atlantikküste im Norden

Der geplante Pausentag gab uns die Möglichkeit, die berühmt-berüchtigten Highland-Games zu besuchen. Das sind quasi die olympischen Spiele der Schotten, mit Laufen, Hammerwerfen, Kugelstoßen, Baumstammüberschlag, Tanz und Dudelsackspielen. Außerdem haben wir - clever, wie wir sind - den Besuch der größten Distillery auf unseren radfreien Tag gelegt; dieser war damit auch so ziemlich zuende ;-)

typische Nordlandschaft im Sonnenuntergang Schotten in Schottland im Schottenrock Highland Games - Baumstammüberschlag ein Muss in Schottland: Besuch einer Whisky-Distillery!

Die Anfahrt zur Isle of Skye war für uns auch mit einem Hotel-Wechsel verbunden, denn wir hatten uns Edinburgh, Inverness und Oban als Stützpunkte ausgesucht. Neben dem Touristenmagnet "Eilean Donan Castle" (bekannt aus dem Film "Highlander" und auch von James Bond) haben wir später per Rad noch "Dunvegan Castle" gesehen - von den Macleod aus dem Clan der Macleod (Film "Highlander"). Das Schloss ist seit 800 Jahren im Familienbesitz!

Nordseeküste östlich von Inverness Eilean Donan Castle - Highlander und Bond

Brücke zur Isle of Skye Dunvegan Castle der Macleod aus dem Clan der Macleod

Isle of Skye selbst ist Natur pur! Viele Straßen und Wege gibt es nicht, und man ist halt immer in der Nähe vom Meer. Die Straße passt sich den Hügeln an und saugt mit ständigem Auf und Ab sowie viel Wind schnell die Beine leer. Wir haben aber nirgendwo anders so viel Postkartenidylle erlebt wie hier!

Klippen auf Isle of Skye Postkartenidylle auf Isle of Skye

Das kleine Küstenstädtchen Oban ist tatsächlich um die dortige Whisky-Distillery herum entstanden und ist heute Bahnhof und Fährhafen für die Hebrideninseln, die vor der Westküste liegen. Oban selbst ist klein, aber sehenswert - und irgendwie typisch schottisch. Der Hafen selbst bietet einige frische Meeresfrüchte, die dort auch direkt in entsprechenden Buden und Lokalen zubereitet werden. Auf dem rechten Foto unten ist auf der Anhöhe das Colosseum zu sehen, von dem aus wir das linke Foto aufgenommen haben. Ein Bänker ließ dieses Colosseum dem Original in Rom als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme nachbauen. Die Distillery bietet eine super Führung an und noch besseren Whisky! Allerdings lohnt es sich nicht, von dort Whisky mitzunehmen, weil er, wie überall in Schottland, sehr sehr hoch besteuert wird, sodass er selbst als Angebot direkt in den Distilleries noch teurer ist, als bei uns im Geschäft.

Oban von oben - vom Colosseum aus Blick auf den Hafen von Oban im Sonnenuntergang frische Krabben im Hafen von Oban

In Schottland haben wir oft Rinder gesehen, auch die berühmten Galloway-Rinder. Schafe gibt es noch viel mehr und im Norden laufen sie auch frei auf der Straße rum, was mit dem Fahrrad lustig ist, aber mit dem Auto durchaus sehr gefährlich werden kann. Wie wir erfahren mussten, ist die Gefahr durch Reh-Wild aber leider noch höher. In den Lowlands haben wir eine schöne alte Bahntrasse gefunden, die zu einem Radweg umgebaut wurde. Das haben wir auch in den Highlands und auch sogar im Norden gesehen; das Radwegenetz ist noch nicht vollständig gebaut, ausgeschildert und kartografiert, aber wir können jedem, der in Schottland Radeln will, nur empfehlen, nach diesen Radwegen zu recherchieren - schöner und einfacher kann man dort eigentlich gar nicht fahren. Da die Schotten mit ihren Autos auf den Landstraßen unglaublich schnell fahren, ist es auch sicherer, diese Radwege zu nutzen. Und dann konnten wir tatsächlich noch die Queen zum Diamond Jubilee fotografieren - allerdings nur vom Fernseher, in dem für zwei Tage nichts anderes lief ;-)

Galloway Rinder auf der Weide Schäfchen auf der Weide in den Lowlands alte Bahntrasse in den Lowlands Queen Diamond Jubliee - im Fernsehen

Von Edinburgh aus haben wir schließlich noch einen Ausflug zur legendären >Rosslyn Chapel< unternommen, allgemein bekannt geworden durch das verfilmte Buch "Sakrileg". In Edinburgh selbst haben uns die Pubs der Neustadt am besten gefallen - die Neustadt ist übrigens auch schon 200 Jahre alt!

Rosslyn Chapel - Sakrileg typische Kneipe in Edinburgh Taxi in Edinburgh in Edinburgh


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